EHRBAR
Entweder Ehre oder Bares... Oder Beides...
Hier in aufgeschnapprter Beitrag zum Thema "Ehrbarer Kaufmann"
Hamburger Managementkultur - Der Ehrbare Kaufmann als Leitbild
Manipulierte Bilanzen, spektakuläre Firmenpleiten, Skandale um Selbstbedienung in Vorstandsetagen, Massenentlassungen und eine Wirtschaft auf Talfahrt. Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen signalisieren einen schweren Vertrauensverlust in Vorstände, Aufsichtsräte, Wirtschaftsprüfer und Analysten. Sind es also doch die „Nieten in Nadelstreifen“, die die Kurse nach unten gezogen haben? Sind etwa unfähige Manager, die gierig auf ihre Aktienoptionen schielen, gar die Ursache für Rezession und Krise? Steht am Ende sogar das kapitalistische Wirtschaftssystem vor dem Aus?
Nüchtern betrachtet gilt: Wirkliche Bilanzfälschung und Korruption sind selten, aber im Ausmaß spektakulär. Bei Enron in den USA hat dies zu einer Mega-Insolvenz und zum Untergang einer der fünf größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt geführt. In Deutschland sind es Holzmann, Babcock, Comroad, Flowtex und andere. Selbst wenn dies alles Einzelfälle sind: Die Regeln zur Führung und Kontrolle von Unternehmen, neudeutsch „Corporate Governance“, aber auch die Managementkultur gehören auf den Prüfstand.
Die überwiegende Zahl der kleinen und mittleren Betriebe wird von Unternehmern geführt, oft gemeinsam mit Familienangehörigen. .„Managementkultur“ wäre hier ein hochtrabender Begriff für das, was ohnehin Standard ist: Die Identifikation mit dem Betrieb, der persönliche Einsatz für die Firma. Die Wettbewerbsposition, die Finanzierungsmöglichkeiten und die Unternehmensstrategie werden hier über die Persönlichkeit des Unternehmers – oder der Unternehmerin - entschieden.
Bei Unternehmen, deren Eigentümer und Geschäftsführung nicht identisch sind, streiten sich die Gelehrten, welche der beiden Managementkulturen denn die bessere Lösung sei: Das „rheinische“ oder das „angelsächsische Modell“. Deutscher Konsenskapitalismus oder amerikanischer „shareholder value“-Ansatz – so werden die beiden Varianten oft verkürzt dargestellt. Die wesentlichen Unterschiede liegen im Blickwinkel, aus dem man ein Unternehmen betrachtet. In den angelsächsischen Ländern steht der „shareholder“ für einen am Kapitalmarkt orientierten Managementstil. Zielgruppen guter Unternehmensführung sind zufriedene Aktionäre, Aufsichtsräte und Analysten. In Kontinentaleuropa werden die „stakeholder“ stärker betont: Die Mitarbeiter und der Einfluss durch Mitbestimmungsgesetze, aber auch Banken als wichtigste Quelle der Unternehmensfinanzierung spielen eine wichtigere Rolle.
Bei dieser Zweiteilung findet ein Modell der Unternehmensführung keine Berücksichtigung, das in Hamburg seit 1517 erfolgreich besteht und das man die „hanseatische Variante“ nennen kann: der Ehrbare Kaufmann. Die Grundidee ist die einer an Werten orientierten Unternehmerschaft. Der Kaufmann, dessen Wort und Handschlag gelten, hat schon immer den Kunden in den Mittelpunkt gestellt. Seine Methode: nüchtern kalkulieren, hart verhandeln, pünktlich liefern, sauber abrechnen. Um aber nicht nur verlässlicher Geschäftspartner und fairer Arbeitgeber, sondern auch erfolgreicher Unternehmer zu sein, spielen drei weitere Aspekte für den Idealtypus des Ehrbaren Hamburger Kaufmanns eine wichtige Rolle: Er denkt und handelt langfristig, nicht selten über Generationen hinweg. Er engagiert sich selbstverständlich für das Gemeinwesen, ohne dafür besondere Anerkennung zu beanspruchen. Und die Firma ist ihm im Zweifel wichtiger als die eigene Person.
Hamburger Selbstgefälligkeit? Nein, vielmehr ein Leitbild für eine an Werten orientierte Unternehmensführung und ein wichtiger Beitrag zu einem Aspekt der „Corporate Governance“-Debatte, der bislang noch zu wenig beachtet wurde: Gesetze, Regeln und Strukturen für Aufsichtsräte und Vorstände, boards und committees sind das eine – die Werte, nach denen Unternehmen geführt werden, das andere. In diesem Sinne ist es sogar ein Wettbewerbsvorteil, ein Ehrbarer Kaufmann zu sein. Überlegen Sie sich, ob Ihr Geschäftspartner, Ihr Lieferant oder Ihr Kunde diesen Ansprüchen genügt. Das ist kein schlechter Maßstab für gute Unternehmensführung.
Hier in aufgeschnapprter Beitrag zum Thema "Ehrbarer Kaufmann"
Hamburger Managementkultur - Der Ehrbare Kaufmann als Leitbild
Manipulierte Bilanzen, spektakuläre Firmenpleiten, Skandale um Selbstbedienung in Vorstandsetagen, Massenentlassungen und eine Wirtschaft auf Talfahrt. Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen signalisieren einen schweren Vertrauensverlust in Vorstände, Aufsichtsräte, Wirtschaftsprüfer und Analysten. Sind es also doch die „Nieten in Nadelstreifen“, die die Kurse nach unten gezogen haben? Sind etwa unfähige Manager, die gierig auf ihre Aktienoptionen schielen, gar die Ursache für Rezession und Krise? Steht am Ende sogar das kapitalistische Wirtschaftssystem vor dem Aus?
Nüchtern betrachtet gilt: Wirkliche Bilanzfälschung und Korruption sind selten, aber im Ausmaß spektakulär. Bei Enron in den USA hat dies zu einer Mega-Insolvenz und zum Untergang einer der fünf größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt geführt. In Deutschland sind es Holzmann, Babcock, Comroad, Flowtex und andere. Selbst wenn dies alles Einzelfälle sind: Die Regeln zur Führung und Kontrolle von Unternehmen, neudeutsch „Corporate Governance“, aber auch die Managementkultur gehören auf den Prüfstand.
Die überwiegende Zahl der kleinen und mittleren Betriebe wird von Unternehmern geführt, oft gemeinsam mit Familienangehörigen. .„Managementkultur“ wäre hier ein hochtrabender Begriff für das, was ohnehin Standard ist: Die Identifikation mit dem Betrieb, der persönliche Einsatz für die Firma. Die Wettbewerbsposition, die Finanzierungsmöglichkeiten und die Unternehmensstrategie werden hier über die Persönlichkeit des Unternehmers – oder der Unternehmerin - entschieden.
Bei Unternehmen, deren Eigentümer und Geschäftsführung nicht identisch sind, streiten sich die Gelehrten, welche der beiden Managementkulturen denn die bessere Lösung sei: Das „rheinische“ oder das „angelsächsische Modell“. Deutscher Konsenskapitalismus oder amerikanischer „shareholder value“-Ansatz – so werden die beiden Varianten oft verkürzt dargestellt. Die wesentlichen Unterschiede liegen im Blickwinkel, aus dem man ein Unternehmen betrachtet. In den angelsächsischen Ländern steht der „shareholder“ für einen am Kapitalmarkt orientierten Managementstil. Zielgruppen guter Unternehmensführung sind zufriedene Aktionäre, Aufsichtsräte und Analysten. In Kontinentaleuropa werden die „stakeholder“ stärker betont: Die Mitarbeiter und der Einfluss durch Mitbestimmungsgesetze, aber auch Banken als wichtigste Quelle der Unternehmensfinanzierung spielen eine wichtigere Rolle.
Bei dieser Zweiteilung findet ein Modell der Unternehmensführung keine Berücksichtigung, das in Hamburg seit 1517 erfolgreich besteht und das man die „hanseatische Variante“ nennen kann: der Ehrbare Kaufmann. Die Grundidee ist die einer an Werten orientierten Unternehmerschaft. Der Kaufmann, dessen Wort und Handschlag gelten, hat schon immer den Kunden in den Mittelpunkt gestellt. Seine Methode: nüchtern kalkulieren, hart verhandeln, pünktlich liefern, sauber abrechnen. Um aber nicht nur verlässlicher Geschäftspartner und fairer Arbeitgeber, sondern auch erfolgreicher Unternehmer zu sein, spielen drei weitere Aspekte für den Idealtypus des Ehrbaren Hamburger Kaufmanns eine wichtige Rolle: Er denkt und handelt langfristig, nicht selten über Generationen hinweg. Er engagiert sich selbstverständlich für das Gemeinwesen, ohne dafür besondere Anerkennung zu beanspruchen. Und die Firma ist ihm im Zweifel wichtiger als die eigene Person.
Hamburger Selbstgefälligkeit? Nein, vielmehr ein Leitbild für eine an Werten orientierte Unternehmensführung und ein wichtiger Beitrag zu einem Aspekt der „Corporate Governance“-Debatte, der bislang noch zu wenig beachtet wurde: Gesetze, Regeln und Strukturen für Aufsichtsräte und Vorstände, boards und committees sind das eine – die Werte, nach denen Unternehmen geführt werden, das andere. In diesem Sinne ist es sogar ein Wettbewerbsvorteil, ein Ehrbarer Kaufmann zu sein. Überlegen Sie sich, ob Ihr Geschäftspartner, Ihr Lieferant oder Ihr Kunde diesen Ansprüchen genügt. Das ist kein schlechter Maßstab für gute Unternehmensführung.
Holger N. Koch - 7. Aug, 21:44
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